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Wege der Medizin - Drs. med. G. u. V. Braun Plinius Verlag, ISBN 3-9807126-0-5
Wege der Medizin können Sie direkt in unserer Praxis bestellen. Preis: 18,50 € inkl. Versand. Graphiken und Bilder konnten aus Ladezeitgründen nicht in die Internetpublikation übernommen werden.
Vorwort Einführung7
- 1.1 Wege der Medizin - Viele Wege und ein Ziel
- 1.2 Die Unterdrückung von Erkrankungen
- 1.3 Helfen, um zu heilen
- 1.4 Was ist ein Therapieerfolg?
- 1.5 Patienten, die nicht therapierbar sind
- 1.6 Die Erstverschlechterung
- 1.7 Auftreten früherer Krankheitserscheinungen
- 2 .Klassische Homöopathie
- 2.1 Der Mensch Samuel Hahnemann
- 2.2 Die Homöopathie = homoios + pathos
- 2.3 Zur Potenzierung
- 2.4 Beispiel eines Konstitutionsmittels
- 2.5 Wirkmechanismen der Homöopathie
- 2.6 Domänen der Homöopathie
- 2.7 Hindernisse der Heilung
- 3.Klassische Naturheilverfahren
- 3.1.Die Ernährungstherapie
- 3.1.1 Der Nahrungsrhythmus
- 3.1.2 Heilfasten
- 3.1.3 Ernährungsformen
- 3.1.4 Die Übersäuerung
- 3.1.5Kräutertherapie in unserer Küche
- 3.1.6 Vegetarische Kost und Rohkost
- 3.1.7Die Trennkost
- 3.2.Die Europäische Phytotherapie
- 3.2.1 Anwendung der Teeabkochung
- 3.2.2Die wichtigsten Kräuter
- 3.2.3 Basisteemischungen
- 3.3.Die Kneipp-Therapie
- 3.3.1 Der Mensch Sebastian Kneipp
- 3.3.2 Die Wassertherapie (Wickel, Bäder, Güsse, Badezusätze)
- 3.3.3 Die Sauna
- 3.3.4 Die Colonhydrotherapie
- 3.3.5 Heilatmung
- 3.4.Baunscheidt, Schröpfen, Blutegel, Aderlass
- 3.5.Eigenbluttherapie
- 3.6.Eigenurintherapie
- 3.7.Die mikrobiologische Therapie und Darmpilzerkrankungen
- 3.8.Die Störfeldtheorie und die Neuraltherapie nach Hunecke
- 3.9.Manuelle Therapie oder Chirotherapie
- 3.10.Moratherapie, Bioresonanz, Elektroakupunktur nach Voll
- 3.11.Die Ordnungstherapie
- 3.12.Die Bachblütentherapie
- 4.Traditionell chinesische Medizin
- 4.1.Theorie und Diagnostik
- 4.1.18 Leitkriterien
- 4.1.2 Das Yin-Yang-Prinzip
- 4.1.3 Krankheitsursachen in der chinesischen Medizin
- 4.1.4 Die Grundsubstanzen Essenz, Qi, Blut
- 4.1.5Meridiane, Akupunkturpunkt, De Qi, chinesische Organe und die chinesische Organuhr
- 4.1.6 Fünf Wandlungsphasen
- 4.1.7 Chinesische Syndrome
- 4.2 Die Therapieformen
- 4.2.1 Akupunkturtherapie, Moxibustion, Schröpfen, Akupunkturtechnik und WHO-Indikationsliste für die Akupunktur
- 4.2.2 Chinesische Arzneitherapie
- 4.2.3 Chinesische Diätetik
- 4.2.4 Qi Gong und Tai Chi
- 4.2.5 Tuina, Akupunkturmassage und manuelle Therapie
- 4.2.6 Feng Shui
- 4.2.7 Homöosiniatrie und Komplexhomöopathie nach TCM
- 5.Anhang
- 5.1 Register und Erklärung der verwendeten Begriffe
- 5.2 Literatur zum weiteren Studium
- 5.3 Adressen
- 5.4 Autoren und Kritik
Vorwort
Warum dieses Buch? In den Buchläden gibt es doch unzählige Bücher zur Naturheilkunde, Homöopathie und traditionell chinesischen Medizin? Dies stimmt zwar, aber für die Arbeit in der täglichen Praxis nützen Sie uns leider wenig. Vielen Patienten können wir täglich mit naturheilkundlichen Verfahren helfen, aber die meisten fragen auch, warum hilft die Homöopathie, wie wirkt die Akupunktur-Behandlung, was kann ich selbst für mich tun?
Wir freuen uns jeden Tag über die Neugier unserer Patienten. Während der Patientenbehandlung fehlt leider die Zeit, alle diese Fragen ausführlich zu behandeln. Daher schrieben wir die wichtigsten Informationen in Merkblättern und Informationsschriften zusammen und versuchten an vielen Abenden in Gesprächsrunden, Seminaren und Vorträgen unseren begeisterten Patienten mehr über diese Naturheilverfahren zu erzählen. Da wir aber nicht jede Woche zu jedem Thema einen Vortrag halten können, haben wir Ihre Fragen gesammelt und versuchen sie in diesem Buch zu beantworten.
Bewusst haben wir vermieden, ein 500 Seiten dickes Naturheilkundewerk für Sie zu schreiben. Aus eigenen Erfahrungen wissen wir, solch ein Buch ist sehr dekorativ, vielleicht auch ein schönes Geschenk, steht sonst aber nur im Bücherschrank. Dies soll aber ein Gebrauchsbuch für Sie sein. In wenigen Sätzen möchten wir Ihre Fragen beantworten; auch dem Arzt oder Heilpraktiker in der Naturheilkundepraxis hilft es als Praxishandbuch. Therapieverfahren, z.B. Heilfasten, Kneipp-Anwendungen, Entsäuerung des Körpers, Darmpilztherapie, etc..., die in der Naturheilkundepraxis angeregt wurden, können Sie als Patient nachlesen und anschließend anwenden. Auf diese Weise wird der Therapieerfolg wesentlich verbessert und eine gute Mitarbeit bei der Therapie ermöglicht.
Auf Fremdwörter wurde weitgehend verzichtet, falls wir sie doch verwenden mussten, sind sie im Fremdwörteranhang erklärt.
Dies ist ein lebendiges Buch. Es lebt vom Zuhören, Lesen und Behandeln.
Wir möchten allen unseren Patienten danken, die uns beim Schreiben dieses Buches täglich unterstützt haben.
Einführung
Wege der Medizin - viele Wege und ein Ziel
Viele Wege führen zum Ziel, dieses Zitat gilt auch in den Naturheilverfahren. Für eine Erkrankung können verschiedene Therapieverfahren gleichberechtigt angewendet werden, um eine Heilung zu erreichen.
In der geschichtlichen Entwicklung gab es immer einen regen kulturellen Informationsaustausch. Auch medizinische Therapieverfahren, die vor 2000 Jahren in China erfunden wurden, fanden in die Kulturbereiche Mesopotamiens, der Griechischen Antike oder der Ägyptischen Pharaonenreiche.
Häufig wechselten sich aber Zeiten des regen kulturellen Austauschs mit Zeiten der Isolation ab. In diesen Zeiten gingen medizinische Erfahrungen verloren, oder aber neue medizinische Kenntnisse wurden gefunden oder z.T. ein zweites Mal erfunden. In China existiert z.B. seit über 2000 Jahren das Pflaumenblütenhämmerchen, ein kleines Hämmerchen, das an seiner Schlagseite kleine Nägel besitzt, um Hautreizungen zu verursachen, ein Verfahren zur lokalen Ausleitung (siehe Kapitel Baunscheidt); unabhängig davon erfanden indianische Kulturen ein ähnliches Gerät, wie es kürzlich ausgegraben wurde, und Baunscheidt erfand das Gerät, nachdem er von den früheren Entwicklungen nichts wusste, das Gerät ein drittes Mal. Ähnlich erging es auch der Akupunktur, die immer wieder Blütezeiten und Unwissen kannte. So wie wir heute Modeerscheinungen in der Medizin kennen (Ayurveda, chinesische Medizin oder die Medizin Hildegards von Bingen werden von populären Zeitungen heute hochgejubelt und morgen wieder vergessen), so war auch die Medizin der Antike, des Mittelalters und der Neuzeit von verschiedensten Medizinrichtungen geprägt. Selten fasste ein Medicus diese verschiedenen Richtungen zusammen, da jeder meist seine eigene Richtung entwickeln wollte, wir können von revolutionärer Medizin in Europa und dem Vorderen Orient sprechen. Kaum gab es etwas Neues, vergaß man das alte medizinische Wissen. Anders in China, hier entwickelte sich das medizinische Wissen kontinuierlich seit über 6000 Jahren (mit einem Ende z.Zt.der Kulturrevolution Mao Tse-tungs). Neue Erkenntnisse wurden mit früheren Erfahrungen verknüpft, die alten Traditionen von Lehrer zu Lehrer weitergegeben. Ergebnis war ein umfangreiches Medizinsystem, das viele Überschneidungen mit unseren europäischen Medizinsystemen aufweist, auch wenn wir immer glauben wollen, jede Idee sei etwas Neues. Selbst die Grundidee Hahnemanns in der Homöopathie Gleiches mit Gleichem zu therapieren ist schon über 4000 Jahre alt und im Buch Nei Jing (Buch des Gelben Kaisers) beschrieben. Die Leistung Hahnemanns bestand aber in der umfangreichen Ausarbeitung und Umsetzung dieses Therapieansatzes. In einer Zeit der multimedialen Kommunikation ist daher die Zeit gekommen, diese Gegensätze zu überbrücken und den Zusammenhang der unterschiedlichen therapeutischen Verfahren zu sehen und therapeutisch zu nutzen. So groß die Namensfülle der unterschiedlichen Verfahren auch ist, sie reduzieren sich doch auf wenige grundsätzliche Wirkmechanismen. Wir fassen daher heute auch traditionell chinesische Medizin, Homöopathie und klassische Naturheilverfahren unter dem Begriff Naturheilverfahren zusammen.
Krankheiten können durch eine Ausleitung der krankheiterzeugenden Faktoren (= äußerer Therapieansatz) oder durch eine Stärkung der inneren Lebenskraft (= innerer Therapieansatz) geheilt werden. Meist bewirken die naturheilkundlichen Therapieverfahren beides.
Wichtige äußere Therapieprinzipien hierfür sind Aufbrechen von Stagnationen, Abkühlen, Hitzeerzeugung, Öffnen der Körperoberfläche und der Körperöffnungen zur Ausleitung von pathogenen Faktoren (Wind / Kälte / Hitze / Feuchtigkeit), Regulation und Gewährleistung des optimalen Energie- und Qi-Flusses.
Der medizingeschichtliche Hintergrund ist die Säftelehre des Hippokrates und von Galens, die mit Ende des Mittelalters in Vergessenheit geriet, sowie das Verständnis von pathogenen Faktoren und Körpersubstanzen in der chinesischen Medizin. Die europäische und die chinesische Medizin hatten bis 200 v.Chr. noch einen vergleichbaren therapeutischen Ansatz, später entwickelte sich die chinesische Medizin in ihrem System immer weiter, während die europäische Medizin in ihrer Entwicklung während des gesamten Mittelalters nahezu stagnierte.
Entsprechend der Krankheitsstörung setzen wir als Therapieverfahren Abführen, Aderlass, Akupunktur, Baunscheidt, Blutegel, Chinesische Arzneitherapie, Europäische Heilpflanzentherapie, Heilfasten, Homöopathische Behandlung, Hydro-Colontherapie, Neuraltherapie n.Hunecke, Qi Gong / Tai Chi, Schröpfen und Symbioselenkung ein.
Inneres Therapieprinzip ist die Förderung und Beibehaltung einer starken Lebenskraft (siehe Homöopathie) und ein Gleichgewicht der Körperfunktionskreise (siehe traditionell chinesische Medizin).
Dies erfolgt entweder durch den Körper in Selbstregulation nach Anwendung äußerer Therapieprinzipien oder aber durch innere Therapieansätze durch Homöopathie, Bioresonanz, Europäischer Heilpflanzen- und Chinesischer Arzneitherapie.
Erleben und Aufarbeitung alter, früherer Krankheitssymptome (= Heteropathiebearbeitung) kann bei jedem Verfahren vorkommen, besonders häufig bei der klassischen Homöopathie und der chinesischen Arzneitherapie.
Auch die innere Zeitordnung und die Lebensplanung müssen in die Therapie einbezogen werden.
Wir haben uns auf die häufigsten Verfahren beschränkt, andere Verfahren ließen sich aber gleichfalls in die Unterteilung äußerer und innerer Therapiemethoden einfügen.
Für den Therapeuten ist es nicht notwendig, jedes Verfahren zu erlernen, schließlich lassen sich einzelne Therapieverfahren in ihrer Wirkung gegenseitig ersetzen. Wichtiger ist, das einzelne verwendete Therapieverfahren genau zu kennen, in seinen Haupt- und Nebenwirkungen genau zu erfassen und genau zu wissen, bei welcher Konstitution, welchem energetischen Zustand des Patienten und welcher Erkrankung es angebracht ist.
Die Kleinheit unseres Denkens zeigt sich daran, dass die Revolution der heutigen Schulmedizin erst ca. 1880 begann und, dass Europa es schaffte, innerhalb von drei Generationen einen Wissensschatz von 4000 - 6000 Jahren zu vergessen, den wir uns heute wieder erarbeiten müssen. Wie klein ist doch die heutige Schulmedizin gegenüber dieser Wissensmacht und welches Fortschrittspotential steckt noch darin, wenn wir erst einmal mit dem Einsatz daran gingen sie zu erforschen, wie wir heute einen einzelnen Rezeptor für ein neues Bluthochdruckmedikament suchen.
Die Medizin wird sich weiter verändern, aber die nächste medizinische Revolution wird aus dem Bereich der Naturheilkunde kommen - und eines Tages wird dann der Mikrokosmos der heutigen Schulmedizin und der Makrokosmos der Naturheilverfahren und Ganzheitsmedizin wieder zusammenfließen. Dies wird spätestens dann sein, wenn die Physiologen und Pathophysiologen in der Lage sind, die Wirkmechanismen der Naturheilverfahren und deren energetische Zusammenhänge bis ins Detail zu erklären. Denn dass diese Wirkmechanismen stimmen, haben tausende von Jahren bewiesen und auch unsere Patienten bestätigen es täglich, der ach so jungen Schulmedizin fehlt aber eben noch der letzte Beweis.
Auch wenn wir heute mehr über die Ursachen der Erkrankungen unserer Patienten wissen und unsere naturheilkundlichen Therapien wesentlich gezielter und effektiver als früher einsetzen können, so kommt es doch immer wieder vor, dass wir keine Verbesserung des Gesundheitszustandes erreichen können. Dies kann mehrere Ursachen haben:
1.Es bestehen irreversible organische Veränderungen, der Therapeut sollte die weiteren Erfolgsmöglichkeiten mit Ihnen kritisch
besprechen.
2.Es bestehen Störfelder (siehe auch Kapitel Homöopathie und Neuraltherapie), diese sollten erst beseitigt werden, bevor die weitere Therapie fortgesetzt wird.
3.Das verwendete therapeutische Verfahren ist für Ihre energetische Konstitution nicht sinnvoll, z.B. ein Aderlass bei einem Patienten nach schwerer zehrender Erkrankung.
4.Das verwendete therapeutische Verfahren ist für Ihre Erkrankung nicht sinnvoll.
5.Die Verfahrensanwendung war nicht adäquat.
6.Der Patient arbeitet gegen die Therapie (s.u.).
7.Die Ungeduld.
In vielen Fällen kommt es aus Zeitdruck oder aus Ungeduld zum Therapieversagen. Ein Manager der in unsere Praxis mit einem grippalen Infekt, völlig erschöpft mit 39.5° Fieber kam, sich seit Monaten überarbeitet hatte, täglich nur 4 Stunden schlief, keinerlei Tagesrhythmus besaß, sich nur von FastFood ernährte, wollte am kommenden Tag wieder für eine Auslandsarbeitsreise fit sein. Auch hier können Naturheilverfahren helfen. Wir müssen aber wissen, dass nur eine Krankheitsunterdrückung dem Manager half, die Geschäftsreise anzutreten. Auf Dauer ist eine Umstellung der gesamten Lebensumstände notwendig um die Gesundheit zu erhalten. Besser wäre in diesem Fall gewesen, auf die Auslandsreise zu verzichten, die Erkrankung konsequent auszukurieren und in direktem Anschluss eine Lebensumstellung.
Die Unterdrückung von Erkrankungen
Vorsicht vor der Unterdrückung von Erkrankungen: Ein akuter grippaler Infekt mit eitrigem Schnupfen und eitrigem Auswurf wird mit einem Antibiotikum therapiert. Das Antibiotikum zerstört die Bakterien, der Eiter wird beseitigt; die Ursache der Erkrankung wird aber nicht beseitigt! Der Körper hat sich mit der Erkrankung nicht richtig auseinandersetzen können; nur die Krankheitssymptome sind mit dem Antibiotikum gekappt worden. Gehäufter Einsatz von Antibiotikas führt zu wiederholter Krankheitsunterdrückung, immer häufigeren Infekten und Störungen des Immunsystems.
Gleiches gilt für die chronische Rachenmandelentzündung (Tonsillitis). Tonsillen (Rachenmandeln) besitzen eine Lymphfunktion, sie sind die erste Eingangspforte für Erreger. Sind sie häufiger entzündet, möchte man das Problem gerne chirurgisch lösen, d.h. die Tonsillen operativ entfernen. Eine Tonsillitis ist aber keine Erkrankung, sondern ein Symptom für einen geschwächten Organismus. Eine Tonsillenoperation beseitigt das Symptom Tonsillenentzündung, wie aber reagiert der geschwächte Körper weiter? Er sucht sich einen anderen Krankheitsherd, z.B. die Bronchien; Folge: eine chronische Bronchitis, die jetzt wesentlich schwieriger naturheilkundlich behandelbar ist als die ursprüngliche Tonsillitis. Auch bei der Neurodermitis ist eine Symptomverlagerung wissenschaftlich anerkannt: die Cortisontherapie unterdrückt das Symptom Hautentzündung, häufige Folgeerkrankung: Asthma bronchiale! Folge einer unterdrückten Hauterkrankung. Aus diesen Gründen sollte eine Therapie mit allopathischen Mitteln immer hinterfragt werden, was nützt sie mir und was schadet sie mir.
Viele Patienten kommen erst zur homöopathischen Behandlung, wenn die gesamte Schulmedizin jahrelang ausprobiert wurde und nicht weiterhalf und dann soll der Homöopath oder der Naturheilkundearzt helfen. Nur am Anfang einer Erkrankung führt eine naturheilkundliche oder homöopathische Behandlung zur völligen Heilung (siehe Homöopathie §1 Organon). Daher ist es notwendig, dass sich der Patient rechtzeitig vorstellt.
Dies soll nicht heißen, dass wir immer ohne Antibiotika, ohne Cortison und ohne Operationen auskommen! Der Einsatz dieser Therapieverfahren muss aber sehr kritisch abgewogen werden.
Auch fiebersenkende Mittel wie Paracetamol oder Aspirin führen zur Krankheitsunterdrückung und sollten daher nicht bei jeder Temperaturerhöhung auf 38° eingesetzt werden. Höheres Fieber erfordert Fiebersenkung, dies sollte aber zuerst mit Wadenwickeln, Einläufen, kalten Waschungen und homöopathischen oder chinesischen Arzneimitteln versucht werden.
Bei bestimmten Fieberformen bei Erkältung ist Belladonna angezeigt (heftiger Beginn, Pulsieren im Kopf, Blutandrang im Kopf, rotes Gesicht, starke Unruhe, Empfindlichkeit gegen Berührung und Licht). Belladonna senkt meist rasch das Fieber, dem Patienten geht es besser, und die Krankheit ist durch das homöopathische Mittel ursächlich behandelt, doch auch hier ist die Krankheitsursache nicht völlig ausgeleitet. Eine Anschlusstherapie ist eventuell notwendig. Im Gegensatz zur schulmedizinischen antibiotischen Therapie ist es aber nicht zu einer völligen Krankheitsunterdrückung gekommen, d.h. der Körper kann sich noch weiter mit der Erkrankung auseinandersetzen, um sie von sich aus zu heilen.
Helfen, um zu heilen
Die Naturheilkunde-Therapieverfahren heilen den Körper nicht selbst. Sie helfen ihm, mit Krankheitsursachen besser fertig zu werden. Sie unterstützen die Ausleitung von Krankheitsfaktoren, bringen Bewegung in Stagnationen im Körper, stabilisieren oder stimulieren das Immunsystem und fördern die Stoffwechselfunktionen. Die Heilung ist eine Reaktion des Körpers, wir helfen dem Körper mit unseren Therapieverfahren nur, damit er sich selbst wieder helfen kann.
Der faszinierendste Schlüssel zum Heilerfolg ist das Similissimum der Homöopathie, das exakte homöopathische Einzelmittel, das den Krankheitszustand in sich widerspiegelt. Wie ein Schlüssel zu einem Schloss ist es in der Lage, den Körper wieder in seinen ursprünglichen Zustand zu versetzen wie vor der Erkrankung. Diese Möglichkeit des Heilens zeichnet die Homöopathie vor allen anderen Therapieverfahren aus (siehe Homöopathie).
Während unseres Lebens altern aber nicht nur die Zellen, sondern auch die Möglichkeiten des Körpers, sich selbst zu heilen. Eine völlig verkalkte Koronararterie können wir durch unsere Therapien nicht in ein junges elastisches Gefäß verzaubern. Eine rasche Verschlechterung kann aber verhindert werden, evtl. auch eine leichte Verbesserung, z.B. durch eine hochdosierte Vitamin C u. E-Therapie, erreicht werden.
Was ist ein Therapieerfolg?
Ob eine Therapie erfolgreich war oder nicht, hängt nicht nur vom Therapeuten und dem gewählten Therapieverfahren ab, sondern auch von den Vorstellungen des Patienten. Dazu zwei Beispielfälle:
Eine Migränepatientin litt seit 20 Jahren an ihrer Erkrankung. Sie hatte zwei- bis dreimal mal pro Woche einen Migräneanfall, eine berufliche Tätigkeit war in dieser Zeit nicht möglich. Nach 15 Akupunkturbehandlungen über einen Zeitraum von 12 Wochen ist die Patientin weitgehend beschwerdefrei. In der folgenden Zeit hat sie noch 1 Migräneanfall alle zwei- bis drei Monate, jeweils bei besonderen Belastungen oder nach Alkoholgenuss.
Eine Rheumapatientin (seit 15 Jahren erkrankt) nimmt jeden Tag Cortisontabletten ein. Andere Basistherapien haben nicht angeschlagen oder wurden nicht vertragen. Die Fingergelenke sind rheumatisch verändert, das Greifen und Schreiben fällt der Patientin schwer. Keine akuten Schübe. Unter einer klassisch homöopathischen Therapie konnte die Cortisondosis halbiert werden (keine Osteoporosegefährdung mehr). Es trat keine Progredienz der Erkrankung in den letzten drei Jahren auf. Der Allgemeinzustand der Patientin verbesserte sich. Sie ging wieder aus, ihre Stimmung hellte sich auf und sie fing wieder an zu reisen. Die Fingergelenke besserten sich jedoch nicht, die organischen Veränderungen waren zu weit fortgeschritten.
In beiden Fällen hat unsere Therapie zu einer deutlichen Verbesserung geführt. Die Erwartungen der Patienten waren aber völlig unterschiedlich. Während die Rheumapatientin überaus zufrieden war, dass sie weniger Cortison nehmen konnte und wieder mehr Freude am Leben fand, war die Migränepatientin enttäuscht, dass sie die Migräne nicht völlig losgeworden ist. (dies ist nicht repräsentativ für Migränepatienten, die meisten sind für jeden Migräneanfall weniger schon dankbar).
In unsere Naturheilkundepraxis kommen viele Patienten mit chronischen Erkrankungen, seit Jahren, z.T. seit Jahrzehnten; wer hier erzählt er könne jeden Menschen heilen, überschätzt sich selbst, erzeugt höchste Erwartungen und später größte Enttäuschungen. Die Naturheilkunde kann viele chronische Erkrankungen heilen, lindern oder helfen, mit der Erkrankung besser umzugehen. Eine Voraussage über den Heilungsverlauf ist aber schwer.
Die homöopathische Lehre sagt, eine Erkrankung, die seit 20 Jahren besteht, kann bei optimalem Verlauf in 20 Monaten geheilt werden. Viel Geduld ist eben auch notwendig.
Patienten, die nicht therapierbar sind...
Dies sind Patienten, die nicht die Geduld aufbringen, eine Therapie über Monate durchzustehen. Alles muss sofort und heute besser werden - so geht das eben in der Naturheilkunde (aber auch in der Schulmedizin) nicht! Nicht mit jedem Mittel wird sich gleich eine Besserung einstellen, die naturheilkundliche Therapie ist eine individuelle ganzheitliche Therapie. Daher wird auch ein individuelles Therapiekonzept notwendig sein, lässt sich der Patient hierauf nicht ein, versucht er, nach jeder Woche den Therapeuten unter Druck zu setzen nächste Woche muß es aber besser sein, so sollte die Therapie abgebrochen werden. Auch eine ständige zusätzliche Selbstmedikation (ohne Absprache) kann den Therapieerfolg gefährden. Zum Beispiel nehmen einige Patienten homöopathische Hochpotenzen von sich aus ein, da sie in einem Buch etwas über ein homöopathisches Mittel gelesen haben und denken, das passe gerade auf sie. Manche wechseln täglich bis wöchentlich in der eigenständigen Einnahme von homöopathischen Hochpotenzen. Die falschen Informationen bleiben lebenslang gespeichert und verändern die homöopathische Konstitution. Eine klassisch homöopathische Behandlung ist in diesen Fällen nicht mehr möglich und wird von uns in diesen Fällen nicht weiter durchgeführt.
Patienten, die sich wiederholt nicht an ärztliche Anweisungen halten, z.B. immer wieder Kaffee bei bestimmten homöopathischen Mitteln trinken, ihre Ernährungsgewohnheiten nicht umstellen wollen, (ich brauche meine zwei Tafeln Schokolade und meine zwei Bier jeden Tag) oder jedem Therapieversuch misstrauen, (was, dieses homöopathische Mittel soll auf mich passen?) sind ebenfalls kaum therapierbar.
Schwierig ist auch die ambulante Behandlung psychischer Erkrankungen. Leichte depressive Verstimmungen und vegetative Fehlregulationen können gut behandelt werden; Psychosen, manifeste Depressionen, Manien oder eine Schizophrenie, aber auch Drogenprobleme sollten primär stationär behandelt werden. Später kann die Naturheilkunde in der ambulanten Betreuung hier nur ein Pfeiler in dem Fünfeck Psychiater/Neurologe - Psychotherapeut - Hausarzt - Soziale Reintegration/Suchtberatung - Naturheilkundetherapeut sein.
Die Erstverschlechterung
Viele Patienten fürchten eine Verschlimmerung ihrer Erkrankung. Viele naturheilkundliche Verfahren bringen Bewegung in die Stagnation im Körper. Abgelagerte Stoffwechselprodukte und Giftstoffe müssen in Bewegung gebracht und ausgeschleust werden, um später eine Heilung zu erreichen. Geschieht dies langsam, so wird der Patient nur eine langsame spürbare Besserung seiner Erkrankung bemerken; in einigen Fällen setzt dies sehr rasch ein, so dass es zu einer Überreaktion kommt, z.B. in Form eines Neurodermitisschubs, eines Asthmaanfalls oder eines Migräneanfalls, eines Rheumaschubes. Wir versuchen, durch sanfte Anfangsdosierung diese Überreaktion möglichst zu vermeiden, dennoch sind Erstverschlechterungen nicht immer zu verhindern (siehe auch Homöopathie).
Auftreten Früherer Krankheitserscheinungen
In der weiteren Folge können frühere Erkrankungen wiederaufbrechen. Dies ist ein Zeichen, dass diese Erkrankungen früher nicht richtig auskuriert wurden, sondern nur unterdrückt wurden. Um zur Heilung zu kommen, muss der Patient diese Erkrankungen, z.B. frühere Mittelohrentzündungen, nochmals durchmachen in abgeschwächter Form. Sie dürfen dann aber auf keinen Fall unterdrückt werden. Diese früheren Krankheitserscheinungen kommen in der klassischen Homöopathie, in den klassichen Naturheilverfahren, aber auch in der traditionell chinesischen Medizin vor.
Die klassische Homöopathie
§ 1. Organon
Des Arztes höchster und einziger Beruf ist, kranke Menschen gesund zu machen, was man heilen nennt
§ 2. Organon
Das höchste Ideal der Heilung ist schnelle, sanfte, dauerhafte Wiederherstellung der Gesundheit, oder Hebung und Vernichtung der Krankheit in ihrem ganzen Umfange auf dem kürzesten, zuverlässigsten, unnachtheiligsten Wege, nach deutlich einzusehenden Gründen.
Mit diesen Paragraphen begann Samuel Hahnemann im 19. Jahrhundert die Zusammenfassung seiner Erfahrungen der homöopathischen Behandlung, die er uns im Organon der Heilkunst überliefert hat.
Samuel Hahnemann hat uns eine neue Medizin geschenkt, die sich an dem hohen Ideal der Heilung ausrichtet und den Patienten zugleich schützen wollte vor den Gefahren giftiger Medikamente; hineingeboren in eine Zeit, in der Quecksilber und Arsen von Ärzten häufig verschriebene Arzneimittel waren.
Wer war dieser Mann, der die Medizin so auf den Kopf stellte und was macht die Homöopathie aus, dass Sie auch 200 Jahre später so sehr geliebt und doch heftigst bestritten zugleich ist?
Der Mensch Samuel Hahnemann
Christian Friedrich Samuel Hahnemann wurde 1755 in Meißen als Sohn eines Porzellanmalers geboren. Er brachte eine ungebremste Begeisterung zu seinem Arztstudium in Leipzig und Wien mit, Kranken helfen zu wollen. Die damaligen Universitäten konnten ihm aber nicht das entsprechende Wissen dazu vermitteln. Im 16. Jahrhundert zerschlug die aufkeimende moderne Wissenschaft die medizinischen Lehrgebäude der Hippokratischen Lehre und von Galens. An ihre Stelle trat eine medizinische Revolution mit vielen Theorien, neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen und Widersprüchen, die dem Kranken aber wenig bieten konnte. Früheres Wissen um Kräuterlehre und Säftelehre wurde falsch angewendet, abgelehnt oder ging verloren. Die neuen Medikamente aber waren so nebenwirkungsreich, dass sie den meisten Patienten mehr schadeten als nutzten und eine systematische und sorgfältige medizinische Forschung gab es nicht. Eine Ironie des Schicksals - Hahnemann führte diese sorgfältige Forschung und konsequente Dokumentation in die Medizin erst ein; und heute möchte dieselbe Medizin der Homöopathie vorwerfen, dass es in ihr keine sorgfältige und nachvollziehbare Forschung und Dokumentation gebe.
In diese medizinische Unvollkommenheit hineingeboren, versuchte der Arzt Samuel Hahnemann seinen Patienten zu helfen - musste aber scheitern, ohne das notwendige medizinische Rüstzeug zu besitzen. Er arbeitete als Arzt in Dessau, Gommern und Dresden, musste aber immer wieder einsehen, dass die damalige Medizin, die zu diesem Zeitpunkt auch die seine war, den Patienten mehr schadete als nutzte. Und gerade wegen seines steten Willens, den Menschen zu helfen, konnte und wollte Hahnemann seinen Arztberuf immer weniger ausüben. Er zog sich aus der ärztlichen Praxis zurück, lebte immer ärmlicher mit seiner Frau und seinen Kindern und bestritt seinen Lebensunterhalt mehr schlecht als recht durch die Übersetzung von medizinischen und literarischen Büchern.
Eines Abends im Jahre 1790 übersetzte er William Cullens (1710 - 1790) Materia Medica, in der über 20 Seiten die heilenden Wirkungen der Chinarinde beschrieben werden. Nach Cullen soll diese Chinarinde eine stärkende Kraft auf den Magen ausüben. Samuel Hahnemann übte seine tägliche Übersetzungsarbeit immer mit der nötigen Distanz aus. Viele Werke sah er kritisch oder wusste, dass sie falsch waren. Dies auch bei den Beschreibungen der Wirkung der Chinarinde. Chinarinde wurde damals gegen das Sumpf-Wechselfieber (eventuell mit unserer heutigen Malaria identisch) eingenommen und Hahnemann kannte die Wirkung durch eigene Erfahrungen und wusste noch, dass sein Magen bei früherer Einnahme stark gereizt worden war. Samuel Hahnemann entschloss sich zu einem Selbstversuch und nahm, ohne krank zu sein, täglich zweimal vier Quäntchen Chinarinde ein. Nach einigen Tagen setzt eine Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Ängstlichkeit und ein Zittern am ganzen Körper ein, der Puls rast, Hände und Füsse werden kalt, der Kopf aber pocht und die Wangen sind rot. Diese Symptome kannte Hahnemann vom Wechselfieber und in einer Anmerkung zu seiner Übersetzung von Cullens Materia medica schrieb Hahnemann den Satz: Substanzen, welche eine Art von Fieber erregen, löschen die Typen des Wechselfiebers aus. Hahnemann hatte damit ein neues Heilprinzip entdeckt:
Die HOMÖOPATHIE=
HOMOIOS ( ähnlich) + PATHOS ( leiden)
Das Wort entstammt aus dem Griechischen und bedeutet soviel, wie = ähnliches Leiden.
Samuel Hahnemann formulierte es eleganter , indem er sagte Similia similibus curentur, was bedeutet Ähnliches heilt Ähnliches . Das heißt, Substanzen, die eine ähnliche Erkrankung wie die zu heilende im gesunden Organismus zu erzeugen vermögen, heilen auch diese. Ein Medikament erregt beim Gesunden, was es beim Kranken lindert. Und Hahnemann selbst sagt zu diesem Chinarindenversuch später: Schon im Jahre 1790 machte ich mit der Chinarinde den ersten reinen Versuch an mir selbst in Absicht ihrer Wechselfieber erregenden Wirkung, und mit diesem ersten Versuche ging mir zuerst die Morgenröthe zu der bis zum hellsten Tag sich aufklärenden Heillehr auf.... Sechs weitere schwere Jahre aber mussten vergehen, bis Hahnemann diesen Versuch richtig deuten und dieses Ergebnis zum Nutzen der Kranken einsetzten konnte, bis er seine Aufgabe in Similia similibus curentur verstand. Von dieser Zeit an erprobte Hahnemann systematisch pflanzliche, tierische oder mineralische Mittel an gesunden Personen (meist er selbst, seine Familie oder Freunde), schrieb die Symptome dieser Experimente exakt auf und suchte nach Erkrankungen, die die gleichen Symptome aufwiesen. Im nächsten Schritt begann er, Kranken dann die Arzneimittel zu verabreichen, die bei Gesunden dieselbigen Krankheitssymptome ausgebildet hatten. Ein Problem allerdings hatte Hahnemann mit dieser Art von Behandlung noch: Die Arzneimittel Hahnemanns wurden zu Beginn in hohen Konzentrationen eingesetzt und so waren sie genauso nebenwirkungsreich wie die damalige Schulmedizin. Dies galt es zu vermeiden und Hahnemann verdünnte die Arzneimittel. Dabei schwächten sich die Nebenwirkungen ab, die bei einer Arzneimittelprüfung entstanden, leider aber auch die Symptome und im Rückschluss die Effektivität als eingesetztes Arzneimittel. Durch viele Versuche der Verdünnungstechnik entwickelte Hahnemann das Verfahren der Potenzierung, ein manuelles Verfahren durch Verreibungen, Verschüttelung und Verklopfung, um die Stärke eines Mittels zu erhalten, die Nebenwirkungen, die durch die Muttersubstanz aber entstehen, zu vermeiden. In dieser Potenzierung steckt das eigentliche Geheimnis der Homöopathie, denn die Wirkungen des Arzneimittels wurden nicht nur erhalten, sie wurden von Potenzierung zu Potenzierung stärker. Dies führte Hahnemann zu so hohen Potenzen, dass er so lange potenzierte und verdünnte, dass rein rechnerisch kein einziges Molekül mehr in dem homöopathischen Arzneimittel enthalten sein konnte. Der häufigste Vorwurf, der gegen die Homöopathie eingesetzt wird, ist, es befinde sich ja nichts in diesen Mitteln. Jenseits der Lohschmidtschen oder Avogadroschen Zahl 6.023x10-23 in dieser Verdünnung, das ist eine Verdünnung die der Molekülzahl, die einem Mol einer Substanz entspricht, ist kein Molekül mehr der Ursubstanz mehr im Arzneimittel vorhanden. Und gerade Mittel, die jenseits dieser Zahl verdünnt sind, also potenziert sind (siehe Dynamisierung, Potenzierung-Erklärung....) finden die Mittel die tatsächliche innere Kraft, die einem Vielfachen der Ursubstanz der Mittel entsprechen, durch Dynamisierungsprozesse, d.h. bei Flüssigkeiten durch Verschüttelungen und bei festen Substanzen, die unlöslich waren, durch Verreibungen. Etwas, was oft mißverstanden wird, ist sehr wichtig: Je höher die Potenzzahl, desto kräftiger wirkt die Substanz, obwohl sie mehr verdünnt ist. Man kann das mit einem physikalischen Kugelspiel der schwingenden Kugeln vergleichen, wo eine Kugel schwingt und die anderen durch Energieübertragung in Schwung bringt. So kann man sich auch eine Übertragung der Energie der Ursubstanz auf die Lösungsmoleküle erklären.
Ein anderes neues Modell hat die Physik hierfür in der Clustertheorie entwickelt:
Wasser ist keine willkürliche Anhäufung von Wasser-Molekülen. Wasser-Moleküle sind durch elektromagnetische Wirkungen aneinander gebunden und bilden geordnete Haufen und dienen als Informationsspeicher. Die Potenzierung könnte durch das Schütteln diese Cluster auflösen, die Information des Arzneistoffes innerhalb der Wassermoleküle gespeichert werden, die sich dann zu einem geänderten Cluster wieder zusammenfügen. Die Arzneiinformation könnte so von Potenzierung zu Potenzierung übertragen werden, ohne dass die Ursubstanz noch notwendig wäre. Bisher ist dies aber nur ein Erklärungsmodell, der endgültige Beweis steht noch aus.
Zu der Potenzierung schreibt Hahnemann
im Organon folgende Vorschrift:
§ 269
Die homöopathische Heilkunst entwickelt zu ihrem besonderen Behufe die innern, geistartigen Arzneikräfte der rohen Substanzen, mittels einer ihr eigenthümlichen bis zu meiner Zeit unversuchten Behandlung, zu einem früher unerhörten Grade, wodurch sie sämmtlich erst recht sehr, ja unermeßlich - durchdringend wirksam und hülfreich werden, selbst diejenigen unter ihnen, welche im rohen Zustande nicht die geringste Arzneikraft im menschlichen Körper äußern. Diese merkwürdige Veränderung in den Eigenschaften der Natur-Körper, durch mechanische Einwirkung auf ihre kleinsten Theile, durch Reiben und Schütteln entwickelt die latenten, vorher unmerklich, wie schlafend in ihnen verborgenen gewesenen, dynamischen Kräfte, welche vorzugsweise auf das Lebensprinzip, auf das Befinden des thierischen Lebens Einfluß haben. Man nennt daher diese Bearbeitung derselben Dynamisiren, Potenziren (Arzneikraft-Entwickelung) und die Produkte davon, Dynamisationen, oder Potenzen in verschiedenen Graden.
§ 270
Um nun diese Kraft-Entwickelung am besten zu bewirken, wird ein kleiner Theil der zu dynamisirenden Substanz, etwa Ein Gran, zuerst durch dreistündiges Reiben mit dreimal 100 Gran Milchzucker auf die angegebne Weise zur millionfachen Pulververdünnung gebracht. Ein Gran dieses Pulvers wird zuerst in 500 Tropfen eines, aus einem Theile Branntwein und vier Theilen destillirtem Wasser bestehenden Gemisches aufglöst und hievon ein einziger Tropfen in ein Fläschchen gethan. Hiezu fügt man 100 Tropfen guten Weingeist und giebt dann dem, mit seinem Stöpsel zu gepfropften Fläschchen, 100 starke Schüttelstöße mit der Hand gegen einen harten, aber elastischen Körper (etwas ein in Leder eingebundenes Buch) geführt. Dies ist die Arznei im ersten Dynamisations-Grade, womit man feine Zucker-Streukügelchen erst wohl befeuchtet, dann schnell auf Fließpapier ausbreitet, trocknet und in einem zugepfropften Gläschen aufbewahrt, mit dem Zeichen des ersten (I) Potenzgrades. Hievon wird nur ein einziges Kügelchen zur weiteren Dynamisirung genommen, in ein zweites, neues Fläschchen gethan ... und auf gleiche Weise dynamisiert ...
Durch unterschiedliche Verhältnismengen der zu dynamisierenden Substanz und dem zugefügten Milchzucker sowie später unterschiedlicher Pulver : Lösungsmittelverhältnisse erzeugte Hahnemann unterschiedliche Potenzen:
Die Potenz C1 entspricht einem Verhältnis von 1 g Ursubstanz auf 100 g Milchzucker, die Potenz C2 entspricht einem Verhältnis von 1 g Ursubstanz auf 10 kg Milchzucker, die Potenz C3 entspricht 1 g Ursubstanz auf 1 Tonne Milchzucker und die Potenz C30 entspricht 1 g Ursubstanz auf 10027 = 100000000000000000000000000000000000000000000000000000 Tonnen Milchzucker. Dies bedeutet, dass in einem Arzneifläschchen von 5 g Inhalt keine Ursubstanz mehr enthalten ist, sondern die Dynamisationsenergie gespeichert im Milchzucker wirkt. Weitere Potenzarten, die durch ähnliche Herstellungsvorschriften erzeugt werden, sind die D-Potenzen (1 Teil Ursubstanz wird für die Herstellung einer D1 mit 10 Teilen Trägersubstanz vermischt) oder die milder wirkenden LM und Q-Potenzen.
Bei der Behandlung von Krankheiten gilt für die Potenzwahl, dass niedrige Potenzen (D3-D12 oder C3-C8) äußerliche, oberflächliche Erkrankungen behandeln können oder auch nur zur symptomatischen Behandlung eingesetzt werden können. Diese Potenzen müssen mehrfach am Tag (bei akuten Erkrankungen stündlich bis sogar viertelstündlich) zur Behandlung gegeben werden, bei falscher Mittelwahl kommt es zu kurzfristiger Verschlechterung oder zu keiner Reaktion, nach einigen Tagen ist von der homöopathischen Mittelgabe keine Nachwirkung mehr zu erwarten. Wegen der geringen Nebenwirkungen eignen sich diese Potenzen daher zur Selbstbehandlung für die Hausapotheke.
Mit etwas Erfahrung ist daher jedem zugeraten, sich eine kleine Hausapotheke zuzulegen, um für die Notfälle homöopathisch gerüstet zu sein. Besprechen Sie dies jedoch unbedingt mit Ihrem Homöopathen.
Leider ist Homöopathie nicht so einfach, dass immer ein äusserliches Symptom einem homöopathischen Mittel zugeordnet werden kann. Vielmehr spricht der Homöopath von der Totalität der Symptome, das heißt, ein Patient bietet nicht nur ein Symptom: auch bei einer Prellung ist der Schmerz unterschiedlich, er kann stechend, brennend, pochend, drückend, bohrend oder hämmernd sein, der Arm kann wie gelähmt sein, er kann sich schwer oder leicht anfühlen, gerötet, heiß, kalt, blau, geschwollen sein und der Patient kann dabei ängstlich, fröhlich, zuversichtlich, wehleidig, hilfesuchend, trostbedürftig sein. Gleichzeitig können Kopfschmerzen, Übelkeit, Durchfall oder der Drang zum Wasserlassen auftreten. Alle diese Symptome sind wichtig um eine exakte Mittelanalyse zu ermöglichen. In den meisten Fällen werden sie mit Arnica in einer C6 Potenz nach einer Prellung guten Erfolg haben, aber nicht immer muss es das passendste Mittel sein. Ist die Erkrankung nicht durch eine äußere Verletzung entstanden, so ist auch die gesamte innere Konstitution miteinzubringen. Samuel Hahnemann beschreibt dies im Organon folgendermaßen:
§ 185
Unter den einseitigen Krankheiten nehmen die sogenannten Local-Uebel eine wichtige Stelle ein, worunter man, an den äußern Theilen des Körpers erscheinende Veränderungen und Beschwerden begreift, woran wie man bisher lehrte, diese Theile allein erkrankt sein sollten, ohne daß der übrige Körper daran Theil nehme - eine theoretische, ungereimte Satzung, die zu der verderblichsten arzneilichen Behandlung verführt hat.
§ 189
Schon bei geringem Nachdenken ist einleuchtend, daß kein (ohne sonderliche Beschädigung von außen entstandenes), äußeres Uebel ohne innere Ursachen, ohne Zuthun des ganzen (folglich kranken) Organismus entstehen und auf seiner Stelle verharren, oder wohl gar sich verschlimmern kann. Es könnte nicht zum Vorschein kommen, ohne die Zustimmung des ganzen sonstigen Befindens und ohne die Theilnahme des übrigen lebenden Ganzen; ja dessen Emporkommen läßt sich, ohne vom ganzen (verstimmten) Leben dazu veranlaßt zu seyn, nicht einmal denken, so innig hängen alle Theile des Organismus zusammen und bilden ein untheilbares Ganzes in Gefühlen und Thätigkeit. Keinen Lippen-Ausschlag, kein Nagelgeschwür giebt es, ohne vorgängiges und gleichzeitiges inneres Übelbefinden des Menschen.
Dies zeigt wie sehr homöopathische Behandlung eine ganzheitliche Behandlung sein muss, nicht äußere Symptome sollen beseitigt werden, sondern die Heilung des Menschen als Ganzes steht im Vordergrund. Dies ist ein sehr hoher Anspruch, den wir in der Praxis nicht immer leisten können, aber er soll als Ziel über dem Weg des Therapeuten für jeden einzelnen Patienten stehen.
In der Mittelfindung schrieb Hahnemann alle Symptome akribisch auf, die er fand und umgekehrt ist der homöopatisch tätige Arzt oder Heilpraktiker bestrebt, diese Symptome wieder dem entsprechenden Mittel zuzuordnen, um eben diese Heilung zu erreichen.
(§154 Organon Enthält nun das, aus der Symptomen-Reihe der treffendsten Arznei zusammengesetzte Gegenbild, jene in der zu heilenden Krankheit anzutreffenden, besondern, ungemeinen, eigenheitlich sich auszeichnenden (charakteristischen) Zeichen in der größten Zahl und in der größten Ähnlichkeit, so ist diese Arznei für diesen Krankheitszustand das passendste, homöopathische, spezifische Heilmittel; eine Krankheit von nicht zu langer Dauer wird demnach gewöhnlich durch die erste Gabe desselben ohne bedeutende Beschwerden aufgehoben und ausgelöscht.)
Diese Arzneimittel wird der Homöopath aber nicht mehr in niedriger Potenz anwenden; diese Arznei umfasst die Totalität der Symptome eines Patienten, sie umfasst die Konstitution, die Eigenheit und Einzigartigkeit des einzelnen Menschen.
Beispiel eines Konstitutionsmittels
das Arzneimittel Calcium carbonicum
Ein Konstitutionsmittel spiegelt in seinem Wesen die gesamte Wesensart des Patienten wider, seine Vorlieben, Abneigungen, häufige Krankheitssymptome, es umfasst eben den gesamten Menschen und so ist nichts, was der Patient in einer Anamnese sagt, unwichtig, jedes Detail ist Bestandteil und passt sich wie ein Mosaiksteinchen in die Mittelfindung ein. Als Beispiel möchte ich Calcium carbonicum anführen, ein Konstitutionsmittel, das uns häufiger bei Kindern begegnet.
Patienten, die eine Calcium carbonicum Konstitution besitzen, sind meist rasch erschöpft durch geistige oder körperliche Anstrengungen, meist etwas klein und dicklich (pyknische Körperkonstituion), neigen zu Nachtschweissen vor allem am Kopf, Kälte verschlechtert alle ihre Krankheitssymptome, sie wachen immer wieder aus dem Schlaf auf aus demselben Gedanken und werden von einer Gedankenfülle und schrecklichen Visionen am Schlaf gehindert, die Ohren laufen immer wieder mit schleimig eitrigen Entzündungen, die Nasenlöcher sind wund und ulzeriert, Polypen bilden sich an der Nasenwurzel, bei jedem kaltem Wetter und Wetterwechsel kommt es zu einer Erkältung, bei den Atemwegen tritt schmerzlose Heiserkeit auf, die Brust ist empfindlich gegenüber Berührung oder Druck, die Füsse sind kalt und feucht, die Fusssohlen sind empfindlich und schmerzhaft, es besteht ein heftiges Verlangen nach unverdaulichen Speisen, dazu kommt ein häufiges Aufstossen, saures Erbrechen, eine Abneigung gegen Fett, ein Verlangen nach kalten Getränken, Durchfall oder Verstopfung bei Kindern, im Mund ein saurer Geschmack.
Nicht alle Symptome wird ein Patient mit einer Calcium carbonicum Konstitution aufweisen, aber durch die Erfahrung des Homöopathen selektioniert er die wichtigen Symptome in einer Anamnese und versucht sie mit den Mittelsymptomen zur Deckung zu bringen.
Ein etwas pyknischer Patient erzählt er schwitze jede Nacht am Kopf, dass das Kopfkissen voll kaltem Schweiss sei, er erkranke häufig an Erkältungen bei jedem Wetterwechsel, sei häufig nach geistiger Anstrengung erschöpft, habe Abneigung gegen Fett, lässt einen Homöopathen sicher an das oben beschriebene Mittel denken. Andere Mittel müssen aber immer mitberücksichtigt werden.
Wer unbedarft homöopathische Literatur liest, wird sich in der Materia Medica zu Beginn in jedem zweiten Mittel wiederfinden. Dies liegt darin, dass die Symptome auch gewichtet werden müssen und immer im Zusammenhang mit anderen Symptomen bewertet werden müssen. Vor eigenständiger Mitteleinnahme sei daher dringend abgeraten (s.o.).
Manche Mittel scheinen zudem sympathischer andere weniger und man möchte sich nicht damit identifizieren. Eigentlich gibt es keine guten oder schlechten homöopathischen Mittel. Dennoch ist eine Voreingenommenheit nicht zu vermeiden, wenn man sein Konstitutionsmittel kennt. Daher ist es durchaus üblich dem Patienten den Namen seines Konstitutionsmittels nicht mitzuteilen, um dies zu verhindern.
Entsprechend der Genauigkeit des Mittels, der Schwere und Dauer der Erkrankung und dem körperlichen Zustand des Patienten wird dann eine Erstgabe meist als C30 oder C200 Potenz gewählt oder als mildere LM oder Q-Potenz. Diese Potenzen sollte nur der erfahrene Homöopath einsetzen, da sie eine enorme Kraft im Patienten entfalten können, diese aber auch bei falscher Mittelwahl als Nebenwirkung über Monate oder auf Dauer bestehen bleiben kann. Erinnern wir uns an den Beginn der Homöopathie, die Experimente Hahnemanns mit der Chinarinde. Beim Gesunden erzeugte die Chinarinde genau die Symptome einer Krankheit, die sie beim Kranken heilt. Setzen wir ein homöopathisches Mittel ein, das bei einer Krankheit nicht angezeigt ist, wird es diese Krankheit und deren Symptome nicht heilen, es tritt keine Resonanz mit dem Krankheitsbild auf. Das Arzneimittel wirkt aber möglicherweise in dem Patienten wie bei einem gesunden Menschen, es wird die Symptome auslösen, die dem entsprechenden Arzneibild entsprechen.
Einer unserer Patientinnen wurde vor einigen Jahren ihr Konstitutionsmittel Tarantula entwendet. Aus Neugierde nahm eine Nachbarin das Mittel ein, obwohl es nicht ihr Mittel war. Einige Stunden später entwickelten sich starke Kopfschmerzen hinter den Augen, Schwindel und eine starke Unruhe. Dieser Zustand hielt über mehrere Tage an, ließ sich mit Schmerzmitteln nicht bessern und erst nachdem die Ursache bekannt wurde, konnten wir das homöopathische Arzneimittel durch Coffea auslöschen und die Beschwerden damit heilen. In einem anderen Fall nahm der sechsjährige Bruder das homöopathische Arzneimittel Gelsemium seiner Schwester ein. Nach etwa einer Stunde entwickelte sich aus völliger Gesundheit ein Fieber bis 40.0 °C, starke Kopfschmerzen, ein hochroter heißer Kopf, Schwindel und eine völlige Teilnahmslosigkeit. Homöopathische oder allopathische Gegenmittel brachten keinen Erfolg, weitere Krankheitssymptome entwickelten sich nicht. Nach zwei Wochen klangen die Krankheitssymptome ab, ohne bisher wiederzukehren. Die Behauptung, Homöopathie sei ohne Nebenwirkung, müssen wir anhand dieser und anderer Beispiele leider widerlegen und die Begründung liefert uns Hahnemanns Organon (s.o.). Um falsche Arzneimittelgaben zu verhindern, ist eine gründliche Anamnese notwendig, wenn wir mit Hochpotenzen arbeiten. Ein- bis zweistündige Erstanamnesen zu Beginn der Behandlung sind dabei üblich und notwendig um den Patienten in seinen homöopathischen Symptomen zu begreifen. Mit der Anamnese ist die Arbeit des Homöopathen aber noch nicht beendet. Die Symptome ordnet er sich und sucht in einer homöopathischen Materia Medica (= homöopathisches Arzneibuch) nach einem Mittel, das sich mit den Symptomen deckt. Dabei hilft ihm ein Repetitorium, dies ist ein Buch, in dem die möglichen Symptome themenmäßig gegliedert und in Rubriken katalogisiert sind.
Unter Auswurf mit fadenziehendem Schleim finden sich z.B. 17 unterschiedliche Arzneimittel wie Apis, Coccus cacti, Kalium bichromicum, Lachesis, Mercurius, Natrium sulfuricum, Rumex und Sticta. Dieses Symptom kann daher bei langdauernder Erkrankung nicht alleine verwendet werden; weitere Symptome müssen überprüft werden und das passende Arzneimittel wird in seinen Symptomen einer Vielzahl der Krankheitssymptome entsprechen müssen. Nicht immer ist die Mittelwahl eindeutig.
Häufig gibt es auch zwei oder drei Mittel, die in ihren Symptomen die Krankheitssymptome widerspiegeln und damit heilen können. Hahnemann spricht deshalb auch nicht von einem identischen Mittel, sondern verwendet den Begriff der Ähnlichkeit. Similia similibus curentur (Ähnliches heilt Ähnliches). Das Arzneimittel soll mit seinem Symptombild den Symptomen des Patienten möglichst nahe kommen. Eine völlige Übereinstimmung ist sehr selten. Aufgrund der Ähnlichkeit der Symptome kann ein Arzneimittel dem Patienten helfen, einige der Symptome auslöschen, aber keine völlige Heilung herbeiführen. Dies führt dazu, dass wir weitersuchen müssen, ob es ein anderes Arzneimittel gibt, dass den Krankheitssymptomen noch näher kommt, oder eventuell ein Ergänzungsmittel, da wir nicht jeden Patienten mit einem einzigen Mittel heilen können. Häufig bedarf es hierfür einer großen Geduld des Patienten. Ein Arzneimittel wirkt nicht gleich am ersten Tag. Manche Arzneimittel brauchen Wochen oder Monate, um ihre ganze Kraft im Körper zu entfalten. Läßt sich der Homöopath dann von einem ungeduldigen Patienten beeinflussen und gibt schon nach einigen Tagen oder einer Woche ein anderes Mittel, so bleibt unklar, was das Mittel in dem Patienten bewirkt hat. Mehrere Mittel interferieren gleichzeitig. Es ist nicht mehr möglich zu erfahren, was im Körper des Patienten vor sich geht. Leider gibt es auch immer wieder Patienten, die von sich aus in sehr kurzen Abständen (z.T. mehrfach am Tag) unterschiedlichste homöopathische Mittel in hohen Potenzen einnehmen. Wir halten diese Patienten für nicht mehr therapierbar, da es Jahre dauert, bis der Körper wieder zu seinem eigenen Gleichgewicht findet und die gegensätzliche Wirkung der homöopathischen Mittel ausgeglichen hat. Vorher ist es auch für einen erfahrenen Homöopathen nicht möglich zu erkennen, wo ist das Krankheitssymptom, was macht die Konstitution des Patienten aus und welche Symptome sind durch die Einnahme falscher homöopathischer Mittel entstanden.
Von dem Problem der falschen Mitteleinnahme ist aber das Phänomen der homöopathischen Erstverschlimmerung streng zu trennen:
§ 158 Organon
Die kleine homöopathische Verschlimmerung, in den ersten Stunden - eine sehr gute Vorbedeutung, dass die akute Krankheit meist von der ersten Gabe beendigt sein wird - ist nicht selten, da die Arzneikrankheit natürlich um etwas stärker sein muss als das zu heilende Übel, wenn sie letzteres überstimmen und auslöschen soll; so wie auch eine ähnliche natürliche Krankheit, nur wenn sie stärker als die andere ist, dieselbe aufheben und vernichten kann.
Wir werden folglich nicht immer eine Erstverschlimmerung der Krankheitssymptome verhindern können. Bei einer Neurodermitis verschlechtert sich z.B. die Haut, bei Migräne ist ein Migräneanfall möglich, bei einer chronischen Erkältung kommt es zu vermehrtem eitrigen Sekret. Im Gegensatz zur falschen Mittelgabe ist diese Erstverschlechterung aber nach einigen Stunden oder Tagen von einer deutlichen körperlichen und psychischen Verbesserung des Allgemeinzustandes gefolgt. Durch Verwendung von LM und Q-Potenzen können Erstverschlimmerungen weitestgehend vermieden werden. Die Arzneiwirkungen setzen langsamer und sanfter ein; auch die Besserung der Krankheitssymptome braucht längere Zeit.
Um diese Wirkung aber exakt zu verfolgen, setzte Hahnemann zu Beginn seiner Therapie immer nur homöopathische Einzelmittel ein, eine gleichzeitige Gabe mehrerer pflanzlicher oder homöopathischer Mittel lehnte Hahnemann zu Beginn der homöopathischen Lehre ab.
Das Wunderbarste bei dieser Spezifikation der Tugenden einzelner Drogen bleibt für mich immer der Umstand, dass man die noch jetzt die Arzneikunst diffamierende Methode, mehrere Arzneien zugleich in ein Rezept kunstmäßig zu verflechten, zu Zeiten so weit trieb, daß es selbst einem Ödipus unmöglich war, etwas von der Wirkung einem einzelnen Ingredienz des Mischmasches zuzueignen, und daß man damals, fast noch seltener als jetzt, eine einzelne Droge als Arznei allein verordnete. Wie können nun aus einer so verwickelten Praxis die Kräfte der einzelnen Arzneien unterscheidbar hervorgehen? .... Darf ichs gestehen, daß ich seit mehreren Jahren nie etwas anderes außer ein einziges Mittel auf einmal verordnet und nie wiederholt habe, als bis die Wirkung der vorigen Gabe exspiriert war.
Diese Sätze zeigen die Klarheit der homöopathischen Lehre in einem Idealbild, dem auch Hahnemann nicht lebenslang treu blieb. Für den Fortschritt der Homöopathie ist diese Vorschrift der Ein-Mittel-Gabe sicher von Vorteil gewesen. Nur so konnte die Wirkung der homöopathischen Therapie bewiesen werden. Allerdings stellte Hahnemann diese Leitsätze zu einer Zeit auf, in der er viele medizinische Veröffentlichungen schrieb, sehr selten aber Patienten behandelte! Später änderten zwei Gründe seinen Weg: Erstens: Nicht jede Erkrankung ist mit einem Mittel heilbar, häufig besitzt eine Erkrankung mehrere Schichten und anfänglich sieht der Homöopath nur die Symptome der äußersten Schicht, durchdringt die homöopathische Medizin die erste Schicht, so kommen neue Symptome hervor, die eines neuen Mittels bedürfen. Gelegentlich ist ein kurzfristiger Wechsel zwischen diesen unterschiedlichen Mitteln gerade bei chronischen Erkrankungen notwendig. Zweitens: Neben einem homöopathischen Hauptmittel=Konstitutionsmittel ist ggf. auch die Gabe eines Akutmittels notwendig, wenn dieses die aktuellen Symptome besser erfasst, die zusätzliche Gabe des Konstitutionsmittels ist aber weiterhin durchaus sinnvoll und beschleunigt die Heilung. Nicht hilfreich dagegen ist die Gabe von zwei homöopathischen Mitteln, die in ihrer Wirkung ähnlich sind, da sie sich in ihrer Wirkung eher aufheben als verstärken. Diesen Vorwurf müssen wir auch der aktuellen Komplexhomöopathie machen, da in einem Schnupfenmittel häufig einfach viele Mittel, die bei Schnupfen oder Erkältungssymptomen helfen können, zusammengemischt sind; frei nach dem Motto irgendetwas werde schon als simile helfen. Das exakte Symptom wird dabei vernachlässigt- stattdessen wählt man eine Schrotschusstherapie.
Die negative Beurteilung der pflanzlichen und homöopathischen Komplexmittel muss allerdings korrigiert werden: aus der chinesischen Arzneitherapie kennen wir eine differenzierte Komplexrezeptur (siehe Chinesische Arzneitherapie), die aus 4 bis 8 Arzneidrogen zusammengestellt sein kann, und bei der jede einzelne Arzneidroge eine bestimmte Funktion im Körper erfüllt, die die Wirkungen der Gesamtrezeptur verbessert. Die einzelne Arzneidroge hat dort z.T. keine Einzelwirkung, sondern wirkt nur im Ganzen. Auch in der chinesischen Arzneitherapie ist diese Theorie über die Jahrhunderte verlassen worden und von Generation zu Generation verlängerten sich die Rezepte, so dass bei bis zu 20 Einzelbestandteilen die Kritik von Hahnemann auch wieder zutrifft. Erst F. Friedl kehrte in den letzten zwei Jahrzehnten wieder zu der chinesischen Grundtheorie zurück und erarbeitete neue wieder durchschaubare Rezepte. Vor einigen Jahren führte Braun die Wirkungsmuster der traditionell chinesischen Medizin in die homöopathische Therapie ein (siehe Homöosiniatrie) und konnte so effektive, sich gegenseitig ergänzende homöopathische Arzneimittelkombinationen erreichen. Auch Hahnemann erprobte zum Lebensende hin Kombinationsmittel (Hintergründe und Theorien der chinesischen Arzneitherapie waren Hahnemann aber nur sehr unzureichend bekannt) und geriet so in Widerspruch zu seiner eigenen reinen, dogmatischen homöopathischen Lehre wie auch zu seinen damaligen Anhängern. Die tägliche medizinische Praxis zeigt aber, dass eine reine Therapie mit homöopathischen Einzelmitteln nicht in allen Fällen möglich ist und Therapeuten, die sich rühmen, jede Erkrankung nur mit einem Mittel kurieren zu können, leider meistens ihre Patienten nicht kennen. Diese lassen sich dann nämlich häufig gleichzeitig ergänzende homöopathische, naturheilkundliche oder allopathische Mittel von anderen Ärzten aufschreiben. Dies soll nicht den hohen Anspruch der Homöopathie schmälern, mit einem Mittel die Krankheit zu heilen - in vielen Fällen haben wir es aber mit chronisch kranken Patienten zu tun, die viele Störfelder (siehe Störfeldtherapie), viele Krankheitsschichten und häufig ein ungünstiges soziales Umfeld aufweisen. Diesen Patienten wird keine Homöopathie mit einem Mittel helfen können! Viel Geduld und Zeit ist außerdem notwendig; rechnet man die Zahl der Krankheitsjahre, so gilt als Faustregel, dass dieselbe Zahl an Monaten die Genesung unter der homöopathischen Therapie braucht - vorausgesetzt, bestehende Störfelder können beseitigt werden. Im Idealfall heisst dies, eine 20 Jahre bestehende Neurodermitis bedarf 20 Monate bis zur Ausheilung. In dieser Zeit werden außer der homöopathischen Mittelgabe auch die Gabe von Salben, darmstabilisierenden Verfahren (siehe Mikrobiologische Therapie), Ernährungsumstellung (siehe Ernährung) und ggf. auch andere naturheilkundliche Verfahren oder die Akupunktur begleitend notwendig sein.
Krankheit entsteht durch eine Verringerung der Lebenskraft (lt. Hahnemann besitzt jedes Individuum eine bestimmte Energie, die er Lebenskraft nennt und die von innen und außen beeinflusst werden kann), durch ein Ungleichgewicht im Körper, durch eine Disharmonie. Die homöopathische Therapie setzt nun direkt an dieser Disharmonie der Lebenskraft an. Nur dadurch hat sie auch die Möglichkeit zu heilen (siehe oben, §1 Organon Des Arztes höchster und einiger Beruf ist, kranke Menschen gesund zu machen, was man Heilen nennt). Im Gegensatz dazu greift die Schulmedizin mit ihren Medikamenten an den Erregern oder an den Symptomen an. Beides bessert die Gesundheit des Patienten, heilt ihn aber nicht. Auch eine Hyposensibilisierung bei Heuschnupfen, d.h. eine regelmäßige geringe Injektion eines Allergens (z.B. Birkenpollen) führt nicht zur Steigerung der Lebenskraft und Stabilisierung der körperlichen Disharmoniemuster, sondern schwächt nur die körperlichen Symptome auf ein bestimmtes Allergen ab.
Krankheitsverlagerungen auf andere Allergene oder andere Erkrankungsmuster sind häufig die Folge. Noch gefährlicher ist der Einsatz von Antibiotika: Diese zerstören effektiv die Erreger (wenn es Bakterien sind), entlasten den Körper von der Arbeit, sich mit dem Infekt auseinanderzusetzen, eine Immunantwort tritt bei wiederholter Antibiotikagabe immer zögerlicher ein, die antibiotische Behandlung wird auch bei einfachen Infekten immer häufiger nötig. Zusätzlich schwächt eine antibiotische Therapie direkt die Lebenskraft, eine mögliche Darmpilzerkrankung kann dies noch verstärken. Anmerken möchten wir hierbei, dass Antibiotika ein Gewinn für die Medizin sind, warnen müssen wir aber vor ihrem unkritischen Einsatz, gerade, wenn vier-, fünf-, sechsmal in einem halben Jahr ein Kind ein Antibiotikum benötigt; nicht äußerliche Erreger sollten dann bekämpft werden, sondern die inneren Ursachen.
Eine homöopathische Therapie soll rechtzeitig erfolgen; der Körper sollte nicht durch jahrelange Behandlung mit Antibiotika, Cortison und anderen tiefwirkenden schulmedizinischen Mitteln belastet sein - dies führt zu schwerwiegenden Therapiehindernissen für die homöopathische Therapie.
In den meisten Fällen konnten wir unseren Patienten auch dann helfen; aber Homöopathie ist nicht nur eine Therapie für Hoffnungslose Fälle! Sie sollte vor der Einnahme der starken schulmedizinischen Medikamente stehen, am Anfang der Therapie! So würden viele Folgeerkrankungen nicht erst auftreten, viele Therapiehindernisse durch Medikamentenblockierungen nicht entstehen und der Homöopath würde seinem Ziel, die Leiden des Patienten nicht zu lindern, sondern die Krankheit zu heilen, wesentlich näher kommen.
Wirkmechanismen der Homöopathie
Wie wirkt aber nun diese Homöopathie, die im Fall eines Fieberschubes mit einem kleinen Kügelchen - vielleicht Belladonna C30, wenn die Symptome zutreffen - das Fieber viel schneller senkt als jede Paracetamol-Tablette ?
Alle Zellen des Menschen werden von einem Flüssigkeitsraum umgeben, dem Extrazellularraum. Die extrazelluläre Flüssigkeit hat einen strukturellen Aufbau und verbindet den gesamten Körper zu einer Einheit. Im Krankheitsfall ändert sich die Feinstruktur des Extrazellularraumes und, um Hahnemann zu folgen, der Mensch ist als Ganzes betroffen. Nimmt der kranke Patient ein homöopathisches Arzneimittel ein, dessen Resonanz zu der Resonanz des kranken Extrazellularraumes passt, d.h. diese überlagert oder auslöscht (in Form einer Wellentheorie), so kann wieder eine Harmonie des Extrazellularraumes hergestellt werden. Aufgrund der Omnipotenz des Extrazellularraumes ist es für den Körper nicht möglich, eine Erkrankung an einer Körperstelle auszubilden, Symptome zu zeigen, ohne dass der Extrazellularraum betroffen ist. Ist der Extrazellularraum aber an einer Stelle des Körpers betroffen, so reagiert der gesamte Körper. Gleichzeitig ist der Extrazellularraum dadurch Informationsvermittler für den gesamten Körper (Akupunkturwirkungen werden über Meridiane übertragen und diese entsprechen einem Informationsfluss im Extrazellularraum, siehe Akupunktur). Diese Reaktionsweise gilt für den banalen Schnupfen ebenso wie für die Krebserkrankung.
Domänen der Homöopathie
Generell kann gesagt werden, dass jede Erkrankung homöopathisch behandelt werden kann und bei jeder Erkrankung die Homöopathie zu einer Linderung der Beschwerden führen wird. Besonders gut sprechen alle Erkrankungen von Kindern auf eine homöopathische Behandlung an. Sie sind in der Regel noch frei von medikamentösen Blockierungen und stehen noch nicht unter dem ständigen Alltags- und Leistungsdruck, der Überforderung und dem Anspruch, morgen muss alles vorbei sein. Die Erkrankungen sind meistens noch oberflächlicher Natur und können mit einem homöopathischen Arzneimittel tatsächlich geheilt werden.
Sehr gute Erfolge gibt es bei Hauterkrankungen (z.B. Neurodermitis, chronische Ekzeme) - die Haut ist in der Homöopathie wie auch in der traditionell chinesischen Medizin die äußerste Schicht. Erkrankungen der Haut sind daher noch nicht so tief in den Körper eingedrungen. Sie sprechen daher auch gut auf eine homöopathische Behandlung an. Das Gleiche gilt für Allergien und Heuschnupfen, die auch der Haut-/Schleimhautschicht zugeordnet werden.
Rheumatische Beschwerden, Wirbelsäulenbeschwerden bei degenerativen Veränderungen und Arthrosen lassen sich häufig nur lindern, wenn die degenerativen Prozesse schon weit fortgeschritten sind. Zusätzliche physikalische Therapiemaßnahmen (Reizstrom, Wärme- oder Kältebehandlung, Kneipp-Behandlung) sowie Krankengymnastik werden notwendig sein. Vordringlich akute rheumatische Entzündungen und aktivierte Arthrosen homöopathisch auszuheilen, um derartige degenerative Folgeschäden im Voraus zu verhindern.
Chronische Erkältungskrankheiten und chronische Entzündungserkrankungen (z.B. chronische Nasennebenhöhlenentzündung, chronische Bronchitis, chronische Blasenentzündung) besitzen immer ihren Ursprung in einer Schwächung der Lebenskraft. Das auslösende Ereignis mag Wind, Kälte, Nässe, Überarbeitung, psychische Belastungen, falsche Ernährung oder falsche Lebensgewohnheiten sein; die Grundursache aber ist eine geschwächte Lebenskraft (in der trad.chin.Med. entspricht dies einem mangelnden Qi gekoppelt mit geschwächter Essenz, und in der Folge einem schlechten Abwehr-Qi [Wei Qi] siehe TCM), die über längere Zeit geschwächt worden ist, bis der auslösende Faktor dann eine Krankheit zu Tage brachte, ein Symptom ausbildete. Hier kann die Homöopathie gut ansetzen, auch wenn die Umweltfaktoren und Lebensumstände mit berücksichtigt werden müssen. Ohne deren Veränderung wird auf Dauer keine Besserung möglich sein.
Vegetative Fehlsteuerungen und Beschwerden: nervöses Herzjagen, Unruhe, akute Dekompensationen und Überlastungszustände, Schlaflosigkeit, starkes Schwitzen, klimakterische Beschwerden, niedriger Blutdruck und Kreislaufdysregulationen, chronische Gastritis, Reizdarm und Verdauungsstörungen sind durch homöopathische Arzneimittel ebenfalls gut zu behandeln, wenn die Lebensumstände mit berücksichtigt werden. Manifeste psychiatrische Erkrankungen dagegen wie Depressionen, Manien, Schizophrenie und Psychosen lassen sich nur sehr unbefriedigend homöopathisch behandeln. Wie oben schon erwähnt, braucht die homöopathische Therapie Zeit zur Wirkung, eine psychiatrische Krisenintervention kann also nur unterstützend sein. Zudem betreffen die neurologisch-psychiatrischen Erkrankungen die innerste Schicht des Menschen und sind daher am schwersten zu beeinflussen. Meist geht ein langer Leidensweg der psychischen Erkrankung voraus und eine homöopathische Erkrankung hätte schon im Frühstadium die psychische Erkrankung verhindern müssen. Ist das psychiatrische Krankheitsbild voll ausgeprägt, ist meist nur noch eine begleitende und unterstützende Therapie möglich.
Auch für akute Erkrankungen wie Hitzschlag, Verbrennungen, Prellungen, Übelkeit, Kollaps, Kopf- und Nervenschmerzen, .... hat die homöopathische Therapie ein passendes Arzneimittel; jede Erkrankung hat ihre eigenen Symptome und jedes Arzneimittel muss wieder anhand der passenden Symptomübereinstimmung gefunden werden.
Hindernisse der Heilung
Nicht außer Acht sollten alle möglichen Hindernisse der Heilung der homöopathischen Behandlung und unseres Erachtens auch der allopathischen Behandlung gelassen werden. Darauf war auch schon Hahnemann in seinem Organon eingegangen. Dazu gehört ein unregelmäßiger Lebenswandel, unregelmäßige Arbeits-, Schlaf- und Essenszeiten, eine mangelhafte Qualität der Nahrung (siehe Vollwerternährung), der Stressfaktor, organische und psychische Störfelder (siehe Störfeldtherapie), Einschränkungen der Genussmittel, wie Alkohol, und für homöopathische Behandlung besonders übermäßiger Genuß von Kaffee und zu stark ätherischen Substanzen (z.B. Pfefferminze, japanisches Heilpflanzenöl, Latschenkiefernöl, Menthol in Hustenbonbons, Kaugummi oder Zahncreme mit Menthol), die evtl. eine Reizung des Schleimorgans hervorrufen können oder durch ihre eigene all zu starke ätherische Wirkung die Kraft der homöopathischen Arznei abschwächen könnten.
An dieser Stelle wird auch jedem klar, wie eng das HOMÖOPATHIEPRINZIP bei der Heilung mit allen in diesem Buch genannten naturheilkundlichen Ansätzen der Gesundung oder Gesunderhaltung unseres Körpers und unserer Seele verflochten ist.
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